Martin Schumacher
Auf dem Bild rechts bin ich gemeinsam mit dem früheren Stilisten von Mercedes-Benz, Paul Bracq, zu sehen.
Der am 13. Dezember 1933 in Bordeaux geborene Bracq verantwortete u. a. das Design des Mercedes-Benz 600 (W100) und des "Pagode-SL" (W113). Beides wunderschöne Autos, die durch ihr klares Design bestechen und nicht nach Effekten haschen – wobei der 600 allein durch seine beeindruckenden Abmessungen und seine Exklusivität ein Blickfang ist.
Auf meine Frage, welcher Autohersteller aktuell das schönste Design hat, antwortete Paul Bracq prompt: "Aston Martin".
Ich wurde im Januar 1986 geboren und bin im bernischen Seeland aufgewachsen. Mit Automobilen hatte meine Familie nichts weiter am Hut, obschon wir glücklicherweise ein Auto hatten.
Durch mein Umfeld kam ich im Alter 10 Jahren erstmals mit der Marke Mercedes-Benz in Berührung, dies mit der C-Klasse der Baureihe W 202 und der E-Klasse der Baureihe W 210. Womöglich hat mich damals das aussergewöhnliche 4-Augen-Gesicht der E-Klasse verzaubert, welches übrigens mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurde!
Bis heute ziehe ich ein komfortables Dahingleiten der sportlichen Gangart vor. Für den Fall, dass ich in Ausnahmefällen doch einmal etwas sportlicher in die Kurven fahren will, gibt es glücklicherweise adaptive Fahrwerke mit den Einstellungen "Sport" und "Sport+".
Zu einem Mercedes-Benz konnte ich meinen Vater erst viel, viel später überreden, daher begann ich mangels Führerschein und Budget, Fachmagazine zu lesen und Modellautos zu sammeln. Und natürlich alles andere, das sich mit dem Thema Mercedes-Benz beschäftigte.
Ich meine, dass mein erstes Mercedes-Benz-Modellauto ein 300 SL Roadster in weiss von Bburago gewesen sein müsste, den ich bei einem Aufenthalt in Deutschland von meinen Eltern erhalten hatte. An Geburtstagen und Weihnachten wuchs die Sammlung stetig an.
Ein Highlight, dass ich nie vergessen werde, war die Präsentation der neuen Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe 220 im Oktober 1998 in der Mercedes-Benz Automobil AG Bern, der ich beiwohnen durfte. Das Auto wurde mir vom Verkaufsleiter persönlich (ich war damals 12 Jahre alt) vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von Patentante und Patenonkel mit einer Broschüre der S-Klasse sowie einem Modell im Massstab 1/18 in der Lackierung "chalcedonblau" ausgerüstet.
Dem damaligen Verkaufsleiter der Mercedes-Benz Automobil AG Bern bin ich noch heute dankbar, dass er sich die Zeit dafür genommen hat, mir das Auto zu zeigen. Eine S-Klasse liegt leider bis heute nicht im Budget, aber immerhin fahre ich zurzeit meinen vierten Mercedes-Benz. Die Verkaufsberaterinnen und Verkaufsberater tun also gut daran, auch einem Kind oder Jugendlichen etwas Zeit zu schenken.
Heute, mehr als 20 Jahre später, umfasst meine Sammlung etwas über 100 Modellautos der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-Maybach, Mercedes-AMG und der Maybach Manufaktur/
Maybach Motorenbau. Auch haben sich eine beachtliche Anzahl Bücher und andere Artikel angesammelt. Die Begeisterung und der "Jagdinstinkt" hält dabei weiter an.
Zwischenzeitlich hat es auch mit dem "richtigen" Mercedes-Benz geklappt. Ich bin Mitglied des Mercedes-Benz Veteranen Club Schweiz.
Mein automobilen Interessen beschränken sich derweil aber nicht nur auf die Marke mit dem Stern, auch für britische Automobile kann ich mich begeistern. Hervorheben möchte ich hier die Marken Aston Martin, Bentley und natürlich Rolls-Royce. Der hohe Grad an Handarbeit und Perfektion, der in jedem dieser Automobile zu finden ist, vermag mich immer wieder zu faszinieren.
Ich hatte bereits die Gelegenheit, einen Bentley Arnage T Red Label zu fahren, in einem Aston Martin DB9 und D11 chauffiert zu werden und im Rolls-Royce Phanton VIII probe zu sitzen. Ebenso hatte ich kürzlich die Möglichkeit, mir den neuen Bentley Flying Spur im Detail anzusehen. Dürfte ich mich für einen Briten entscheiden, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit der Rolls-Royce Dawn.
Modellautos dieser britischen Marken habe ich keine, stosse ich doch bereits mit meiner aktuellen Sammlung an die Kapazitätsgrenzen.